Chianti Colli Fiorentini

Colli Fiorentini: Weine aus der Heimat von Antinori

Mit meist relativ steilen Hügeln zählt die Colli Fiorentini zu den sieben Unterzonen des Chianti-Gebiets. Sie ist Heimat der alten und berühmten florentinischen Patrizierfamilie Antinori, deren Weinkeller über Italiens Grenzen hinaus von sich reden machen. Im 12. Jahrhundert wurde erstmals der Chianti aus dieser Zone erwähnt. Es sind zwar 905 Hektar ins Register eingetragen, allerdings ist der Ertrag ziemlich niedrig. Die Reben wachsen zwischen 150 bis 420 Meter Seehöhe.

Die Böden sind sandig-steinig bis kalkhaltig. Neben der Hauptsorte Sangiovese gedeihen in der Unterzone vor allem Canaiolo Nero, Colorino, die weißen Sorten Malvasia Bianca Lunga und Trebbiano toscano sowie die internationalen Sorten Chardonnay, Cabernet und Merlot. Da das Anbaugebiet zwischen dem Arno-Tal und dem Chianti Classico-Gebiet recht feucht und kühl ist, ist es weniger für sehr hochwertige Gewächse geeignet. Dennoch werden hier aromatische Weine produziert, die dem Chianti Classico an Feinheit, Facettenreichtum und Differenziertheit kaum nachstehen.

Ein Chianti Colli Fiorentini ist meist ein jung zu trinkender süffiger Rebensaft. Allerdings entdecken mehr und mehr Winzer auch die langlebigeren Weine. Die Tropfen aus der Unterzone sind in der Regel etwas frischer als die Erzeugnisse aus dem Chianti Classico und nicht ganz so komplex. Sie haben eine klar leuchtende rubinrote Farbe, sind feinduftig, blumig und dennoch kernig. In der Riserva-Version erwerben die edlen Gewächse umfangreichere, durch die Sinne wahrnehmbare Eigenschaften. Hier wären Eindrücke, die an den Geruch von Tabak, gekochter Kirsche und Pflaumen-Marmelade erinnern, zu nennen Es gibt Weine aus Colli Fiorentini, die als ausgezeichnet gelten.

Um den Bekanntheitsgrad und die Güte der guten Tropfen zu fördern, haben einige Winzer ein Konsortium nach dem Vorbild des berühmten „gallo nero“ gegründet. Im Consorzio Chianti Colli Fiorentini sind über die Hälfte aller Erzeuger Mitglied, was eine hohe Qualität durch die relativ strengen Richtlinien garantiert. In den vergangenen Jahren hat der Weinbau in der Unterzone einen gewissen Aufschwung erfahren, zieht es doch Florentiner Bürger und Geschäftsleute mehr und mehr aus der Stadt hin zu Natur und Weinbau. Viele „fliegende Weinmacher” geben den regionalen Rebensäften heute neue Impulse und machen sie unter Weinliebhabern bekannter.

Produktionsregeln Chianti Colli Fiorentini

Colli Fiorentini: Facettenreiche Weine ab September

Im Untergebiet Colli Fiorentini muss eine Cuvée zu mindestens 70 Prozent aus der Hauptsorte Sangiovese bestehen. Andere rote Trauben können bis zu einem Anteil von 30 Prozent beigemischt werden. Höchstens 8.000 Kilogramm – also 80 Doppelzentner – pro Hektar und drei Kilogramm je Hektar und Stock dürfen für die Weinproduktion verwendet werden. Ein Verschnitt kann zum Beispiel die regionalen Sorten Canaiolo und Colorino sowie andere Trauben wie Cabernet und/oder Merlot enthalten. Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc dürfen aber nur mit einem Anteil von maximal 15 Prozent beigemischt werden. Alle Trauben, die zur Herstellung des facettenreichen Weins verwendet werden, müssen aus dem kontrollierten Produktionsgebiet stammen. Weiße Trauben wie Trebbiano toscano oder Malvasia Bianca Lunga sind im Cuvée seit 2006 nicht mehr erlaubt.

Ein aus der Zone Colli Fiorentini DOCG stammender Tropfen muss einen Mindestalkoholgehalt von elf Volumenprozent aufweisen und einen Trockenextrakt von wenigstens 21 Gramm pro Liter enthalten. Der Mindestsäuregehalt muss 4,5 Gramm pro Liter erreichen. Ein Höchstgehalt von vier Gramm Reduktionszucker pro Liter darf nicht überschritten werden. Der rubinrot leuchtende Wein kommt erst ab September des auf die Ernte folgenden Jahres in den Handel. (mh)

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