Dievole

Hohes Vertrauen in Alberto Antonini

Bei der Fattoria di Dievole hat ein Milliardär und Eigner mehrerer (süd-)amerikanischer Weingüter das Sagen.

Der Name des Weinguts heißt ins Deutsche übersetzt “Gott will es”. Die Rede ist von der vielbeachteten Fattoria di Dievole, die zwölf Kilometer nordöstlich von Siena und rund einen Kilometer vom malerischen Dörfchen Vagliagli entfernt im Chianti-Classico-Gebiet liegt. Das Gut wurde erstmals am 22. Mai 1090 erwähnt. Damals pachteten zwei Freunde des Klostervorstehers Abbate Rolando das Land für den Traubenabbau und zahlten dafür drei Brote, einen Kapaun (Masthahn) und sechs Silbermünzen pro Jahr. Heute werden die hervorragenden Rebensäfte des Weinguts Dievole regelmäßig von der Fachwelt prämiert.

Seit 2013 gehört das Gut dem Milliardär Alejandro Pedro Bulgheroni, der bereits mehrere Weingüter in Argentinien, Uruguay und Kalifornien besitzt. Die Fattoria di Dievole wird nun ein neues Management erhalten, das vor Ort rekrutiert werden soll. Die Weinproduktion wurde bereits Alberto Antonini anvertraut. Die Referenzen des Önologen und Weinberaters können sich wahrlich sehen lassen. So arbeitete Antonini etwa bei Antinori und Frescobaldi. Außerdem wirkte er in den USA und in Argentinien bei Weingütern bekannter Eigner wie E & J Gallo Winery, Altos Las Hormigas, Bodega Melipal, Al Este Bodega y Viñedos und Bodegas Nieto Senetiner. Antonini war auch schon vor Jahren von Bulgheroni verpflichtet worden, um dessen Weinproduktion in der Bodeka Garzón in Uruguay zu verantworten.

Mit dem Eigentümerwechsel geht eine Ära zu Ende. Anfang der 1970er Jahre war die Fattoria di Dievole vom Briefmarkenhändler und Auktionator Hartmut Schwenn übernommen worden. Er hatte 1989 gemeinsam mit seinem Sohn Mario die erste eigene Ernte auf den Markt gebracht. Kurz nach der Jahrtausendwende wurde dann das Weinsortiment komplett neu ausgerichtet. Die Umstrukturierung fiel noch in die Zeit, als Edmund Diesler, Präsident des Bundes Deutscher Önologen, dem Gut als Direktor vorstand. Umfangreiche Neupflanzungen, bei denen auch historische Rebsorten berücksichtigt wurden, tragen inzwischen Früchte.

Zur Gesamtfläche der Fattoria di Dievole – inzwischen sind es rund 750 Hektar Wiesen, Felder, Wälder, Olivenbäume, Zypressen, steinige und unebene Wege, Häuser und Gehöfte – zählen 16 Weingärten, die jeweils von einem einzelnen Winzer kultiviert werden. Heute reicht die Produktion vom roten IGT über Chianti Classico DOCG und Chianti Classico Riserva bis hin zu Produkten wie Vin Santo, Grappa und Olivenöl. Bereits in den 1980er Jahren war das Hauptgebäude, eine Villa aus der Renaissance, renoviert und in ein Hotel und Weinresort umgestaltet worden. (mh)

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