Marchesi Antinori

Der Tignanello ist schon heute Legende

Die Adelsfamilie Antinori mit Stammsitz in Florenz gibt der Weinwelt die Richtung vor.

Der Name Antinori hat in der Weinwelt einen majestätischen Klang. Wohl keine Familie hat der italienischen Weinbaugeschichte seit vielen Jahrhunderten ihren Stempel so stark aufgedrückt wie die weltberühmten Marchesi Antinori, deren Wurzeln im Weinbau bis ins Jahr 1385 zurückreichen. Für die Standfestigkeit der Familie mit Stammhaus in Florenz sorgt ein großartiges aus Managern, Technikern und Weinbergarbeitern bestehendes Team, das sich mit allen Kräften für den Erhalt des wahrlich beachtlichen Qualitätsstandards einsetzt. “Italienischer Wein hätte ohne Antinori nicht sein heutiges Prestige, daran gibt es nichts zu rütteln”, würdigt etwa der Weinführer Gambero Rosso die Leistung des einst auch mit Seiden handelnden und Bankgeschäfte tätigenden Handelshauses.

Aus dem Innovationsgeist der Adelsfamilie heraus entstanden in der Toskana und in Umbrien zahlreiche Weingüter, aber auch weitere nennenswerte Projekte von eindrucksvollen Dimensionen im In- und Ausland. Im Heimatland wären zum Beispiel noch Prunetto in Piemont, Pian delle Vigne in Montalcino und die Tenuta Belvedere in Bolgheri zu nennen. Doch trotz vieler Aktivitäten in anderen Anbauzonen und Ländern bleibt der Chianti das Markenzeichen der italienischen Ausnahme-Kellerei, der Piero Antinori als Spiritus Rector und Koordinator vorsteht. So ist etwa der Chianti Classico Riserva “Marchesi Antinori” einer der wichtigsten Weine der Adelsfamilie und stets einer der besten edlen Tropfen in der Region. Und der “Villa Antinori” verkörpert die ganze toskanische Lebensfreude.

Neuinterpretationen des Chianti standen bei Antinori immer unter dem Vorzeichen, diesen berühmten Wein erfolgreich weiter zu entwickeln. Der Neugier der Familie war es auch zu verdanken, dass in den 1970er Jahren die berühmten und heute schon legendären Kultweine Tignanello und Solaia entstanden. Piero Antinori rebellierte damals gegen das italienische Weingesetz, indem er mit dem Tignanello die völlig neue Gattung der Supertoskaner schuf und erstmals auf weiße Rebsorten verzichtete. Dafür verwendete er aber Zusätze der klassischen Bordeaux-Rebe Cabernet Sauvignon und baute erstmals Sangiovese in Barriques aus. Noch immer ist der in einer kleinen Einzellage des Weingutes Santa Christina gedeihende Solaia einer der begehrtesten, aber auch teuersten edlen Gewächse Italiens. Beide Ikonen – Tignanello und Solaia – sind jedes Jahr Anwärter auf die besten Weine der Nation.

Der Erfolg von Piero Antinori und der Weine kennt offenbar keine Grenzen. Dazu trugen im Laufe der Geschichte auch zahlreiche Experimente auf den Gütern bei. So wurde etwa über Klone internationaler und heimischer Rebsorten und die Lage der Weinberge, aber auch über das Alter und Volumen der Fässer geforscht. Doch der Marchese, seine drei Töchter und Chefönologe Renzo Cotarella wollen auch fortan trotz Großproduktion den engen Bezug zu den Weinbergen wahren. So wurde nach Einschätzung von Piero Antinori deren enormes Potenzial hinsichtlich des eigenen toskanischen Geschmacks noch immer nicht vollständig ausgeschöpft. Doch auch ohne weitere Qualitätsschübe steht der Name Antinori schon längst für richtungsweisende herrliche, typisch italienische Weine in unterschiedlichsten Preislagen. (mh)

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