Melini

Dem Chianti zum weltweiten Siegeszug verholfen

In der Fattorie Melini wurden im Jahr 1860 erstmals edle Tropfen in bauchigen Korbflaschen abgefüllt.

“Das erste Erzeugnis war ein roter Vermiglio, der sich vor Ort gut trinken ließ, aber nach längerem Transport stark nachließ”. Dies schreibt der Weinführer Gambero Rosso über das im Jahr 1705 in Pontassieve von der wohlhabenden Florentiner Unternehmerfamilie Melini aus dem Val di Sievi gegründete Weingut gleichen Namens. Doch längst stehen die Erzeugnisse der tief im toskanischen Weinbau verwurzelten Fattorie Melini mit Hauptsitz im dörflichen Gaggiano inmitten des Chianti Classico-Gebiets für edle Tropfen herausragender Qualität. Die Betriebsphilosophie wird vor allem von dem Önologen und Manager Nunzio Capurso und seiner großen Liebe zur Landschaft und Natur getragen. Nach mehreren Besitzerwechseln zählt die Fattorie Melini inzwischen zum Wein-Imperium des Konzerns Gruppo Italiano Vini.

Von Beginn an investierte das Weingut in erheblichem Maß in die Weiterentwicklung der eigenen Produktion. Nur so konnte es gelingen, mit den stetigen Veränderungen des Marktes Schritt zu halten oder ihnen sogar einen Schritt voraus zu sein. Von Melini gingen auch entscheidende Impulse aus, die dem Chianti zu seinem weltweiten Siegeszug verhalfen. So war es im Jahr 1860 Laborel Melini, der erstmals Wein in die bauchigen Korbflaschen (“Fiasco”) ihres Erfinders, dem Glastechniker Paolo Carrai, abfüllte. Bereits 1877 ehrte laut Gambero Rosso die Handels- und Handwerkskammer von Florenz die Kellerei mit einer Goldmedaille für ihren Beitrag zur Verbreitung der toskanischen Weine auf den Auslandsmärkten. “Bis heute scheint diese Auszeichnung in Anbetracht der seriösen und qualitativ hochwertigen Erzeugnisse des Hauses Melini vollauf gerechtfertigt.” Der Betrieb ist auch stolz darauf, als erster in der Toskana – und eins der ersten Güter Italiens überhaupt – Gewächse aus Einzellagen von selektiertem Traubengut der besten Parzellen gekeltert zu haben.

Eine viergeschossige Kellerei – einfühlsam in das Landschaftsbild integriert – ergänzt seit den 1970er Jahren den Gebäudekomplex des Stammhauses. Hier werden die Weine vinifiziert und zur Reife geführt. Auch Abfüllung, Lagerung und Spedition sind hier untergebracht. Besonders beeindruckend ist die große, mit moderner Technik ausgestattete Qualitäts- und Forschungsabteilung. Weine mit verbessertem Stil zu gewinnen, ohne ihren Charakter zu verfälschen , bleibt das wichtigste Ziel des auch als “Casa Melini” bekannten Betriebs.

Der Besitz von Melini umfasst heute im Chianti und im Chianti Classico insgesamt 554 Hektar. Von dieser Fläche werden 136 Hektar, die sich auf fünf Güter verteilen, für den Rebenanbau genutzt. Die nach der Methode der Spaliererziehung (Guyot-System mit Kordon-Zapfenschnitt) und in Lage bzw. Ausrichtung optimal angelegten Weinberge werden mit einem Anteil sind mit rund 80 Prozent Sangiovese bestockt, die französischen Sorten Cabernet und Merlot nehmen den Rest der Anbaufläche ein.

Der in 450 bis 500 Meter Höhe gelegene Weinberg La Selvanella schmückt seit vielen Jahrzehnten das prestigeträchtigste Etikett der Kellerei. Als traditionsbewusster Erzeuger stellt die Fattorie Melini Chianti weiterhin nach der althergebrachten Governo-Methode her. Dabei wird dem fertigen Jungwein ein Anteil eines noch in Gärung befindlichen Mostes aus rosinenartig eingetrockneten Trauben beigemischt. (mh)

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