Ruffino

Ruffino schenkt Luxusweine ein

Die toskanische Weindynastie zählte auch den Komponisten Giuseppe Verdi zu ihren Stammkunden.

Sämtliche Meilensteine in der langjährigen Geschichte der Weindynastie Ruffino aufzuzählen, würde lange dauern. Alles begann im Jahr 1877, als sich die Cousins Ilario und Leopoldo Ruffino dazu entschlossen, das “ideale Weingut” zu gründen. Sie waren felsenfest davon überzeugt, dass in den Hügeln ihrer Heimatregion, der Toskana, noch viele nicht gehobene Schätze schlummerten. Sie irrten sich nicht: Schon innerhalb eines Jahrzehnts gelang es ihnen, erlesene Tropfen von Weltgeltung zu keltern. Und schon im Jahr 1895 wurde Ruffino – ausgerechnet in Bordeaux, dem Zentrum der historischen französischen Weinerzeugung – für die herausragende Arbeit im Weinberg und im Keller mit einer Goldmedaille prämiert. Zuvor hatten die “Weinmacher” in Europa bereits zahlreiche Wettbewerbe zu ihren Gunsten entschieden.

Es ist auch überliefert, dass der vor allem durch seine Opern bekannt gewordene Komponist der Romantik, Giuseppe Verdi, zu den Stammkunden von Ruffino gehört hat. Der Herzog von Aosta soll ebenfalls für die edlen Gewächse aus der Toskana geschwärmt und Ruffino zum offiziellen Weinlieferanten der italienischen Königsfamilie bestimmt haben.

Eines Tages ging die Ära der Besitzerfamilie Ruffino jedoch zu Ende. Da es der mächtigen Weindynastie an Erben mangelte, beschloss sie Anfang des 20. Jahrhunderts, ihren Besitz an die Familie Folonari zu verkaufen, die selber viel Erfahrung in der Weinbereitung besaß und schon seit fünf Generationen edle Tropfen kelterte. Heute sind die Brüder Luigi und Adolfo Folonari Eigner und Leiter des berühmten Traditionsunternehmens. Stolz verweisen die Geschwister darauf, dass ihre Familie stets Qualitäts- und Traditionsbewusstsein mit dem modernen Fortschritt vereint habe. Nur so sei es gelungen, sich als eine der führenden Chianti-Kellereien gegen Konkurrenz durchzusetzen und weltweit am Markt zu bestehen.

Die Philosophie des Hauses Ruffino wird im Wesentlichen von zwei Säulen getragen: Die Kunst der Weinherstellung mit jahrhundertealtem Wissen und Erfahrung sowie die Stärke der Terroirs. Die Gewächse gedeihen in den herausragendsten Lagen der toskanischen Anbaugebiete Chianti Classico, Montalcino und Montepulciano. Mit Borgo Conventi betreibt Ruffino darüber hinaus eine Niederlassung in Friaul, die ebenfalls maßgeblich zur jährlichen Produktionsmenge beiträgt.

Allein in der Toskana nennt die Familie Folonari mehr als 1.500 Hektar Land ihr eigen. 600 Hektar sind mit Reben bepflanzt. Das im Chianti-Classico bei Castellina gelegene Anwesen Santedame ist mit einer Gesamtfläche von 246 Hektar, davon 70 Hektar Weingärten, flächenmäßig das größte aller toskanischen Ruffino-Güter. Allerdings gelten die Rebstöcke auf den zwischen 350 und 470 Meter über dem Meer liegenden Hügeln wegen der minderwertigeren Bodenqualität als ertragsarm. Auch aus Gretole zwischen Castellina und Poggibonsi kommen Trauben für den Chianti Classico des berühmten Weinerzeugers. Besonders hochwertige Tropfen werden im Gut Lodola Nouva in der Region Montepulciano abgefüllt.

Der in Eichenfässern reifende “Chianti Classico Riserva Ducale Oro” und der “Brunello di Montalcino” von Ruffino wurden im Laufe der Zeit vielfach ausgezeichnet. Im Jahr 2000 widmete das Unternehmen den beiden Gründern sogar einen eigenen Wein. Für den “Il Leo” – es handelt sich beim Weinnamen um die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen – wurden die besten Chianti-Trauben selektiert. Die edlen Gewächse werden heute in fast 90 Länder, die auf alle fünf Kontinente verteilt sind, exportiert. In Kooperation mit Icon Estates, der Luxuswein-Tochter von Constellation Brands, hat Ruffino als Marktführer im Segment der italienischen Weine auch sehr erfolgreich im US-Markt Fuß gefasst. (mh)

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