Teruzzi & Puthod

Von der Primaballerina zur Wein-Botschafterin

Die Kellerei Teruzzi & Puthod setzt sich leidenschaftlich für die heimische Rebsorte Vernaccia di San Gimignano ein.

Aus den Weinbergen des Gutes blickt man auf vierzehn noch existierende Geschlechtertürme, die dem mittelalterlichen Stadtbild von San Gimignano seine weltberühmte Silhouette verleihen. Gleich nachdem die Geschichte der Kellerei Teruzzi & Puthod in den 1970er Jahren begonnen hatte, zog das Gut die Aufmerksamkeit von Fachexperten und Weinliebhabern auf sich. Gegründet wurde das zu den größten Weinbetrieben des Chianti Classico zählende Unternehmen im Jahr 1974 vom ehemaligen Rennfahrer und Jockey Enrico Teruzzi und von Carmen Puthod. Carmen hatte vorher als Primaballerina an der Mailänder Scala die Beine gestreckt und in die Luft geworfen. Obwohl es nicht zur stolzen Riege der altehrwürdigen toskanischen Weinerzeuger zählt, ist das Sortiment des größten in San Gimignano gelegenen Weinbetriebs typologisch sehr vielfältig. Die Gewächse erreichen regelmäßig ein hohes Qualitätsniveau, überzeugen durch ein faires Preis-Leistungsverhältnis und sind international gefragt.

Seit dem Jahr 2005 gehört Teruzzi & Puthod zur Campari-Gruppe, die auch noch mehrere angesehene Weingüter in Piemont und auf Sardinien ihr eigen nennt. Das Gut konzentriert sich hauptsächlich auf Weißweine wie etwa den Klassiker “Terre di Tuffi”, eine Cuvée aus Vernaccia, Malvasia, Vermentino und Chardonnay. Der als IGT klassifizierte Wein ist von besonderer Qualität. Durch einen mehrmonatigen Ausbau in Barriques hat er ein spezielles Bouquet entwickelt. Auch wenn die Weißen dominieren, darf man gespannt sein, ob der toskanische Weinbereiter in Zukunft neben den aktuell vier roten Vertretern – zu ihnen zählt auch der aus Sangiovese, Canaiolo und Colorino gekelterte “Chianti Teruzzi & Puthod” – sein Rotwein-Sortiment ausbauen wird.

Zum Besitz der Kellerei gehören 180 Hektar, davon sind 94 Hektar mit Reben bepflanzt. Da allein 60 Hektar mit Vernaccia, der bereits aus dem 13. Jahrhundert bekannten heimischen Sorte, bestockt sind, zählt Teruzzi & Puthod heute zu den privaten Weinbetrieben mit der größten Anbaufläche für diese renommierte Rebsorte. Als wichtige Förderin der Vernaccia di San Gimignano machte sich Carmen Puthod in der Weinwelt einen Namen. Ihr Ziel ist es, die Gewächse und ihr Image aufzuwerten und letztlich zur Weiterentwicklung der Produktqualität beizutragen. Neben Vernaccia sind die Weingärten unter anderem mit Trebbiano toscano und Chardonnay sowie Sangiovese, Merlot, Petit Verdot und Cabernet Sauvignon bestockt.

“Enrico Teruzzi genießt als eine der Leitfiguren der Weinszene von San Gimignano allgemeine Anerkennung”, schreibt der Gambero Rosso. Der Gutsleiter legt großen Wert auf einen nachhaltigen Anbau in den Weingärten und modernste Technik im Keller. Teruzzi ist gleichzeitig auch Kellermeister. Sein Weingut war übrigens eins der ersten in Italien, das die Kühlung im Gärprozess einsetzte und auf diese Weise eine hochwertige Qualitätssicherung garantieren konnte. Um ein konstantes Niveau der Weine sicherzustellen, wird die Vinifizierung im Keller computergesteuert kontrolliert. Die Gewächse werden sowohl in Edelstahl als auch in Holz ausgebaut. Die Kellerei verfügt nach eigenen Angaben über 300 Barriques aus französischer Eiche á 225 Liter und 70 Tonneaux á 500 Liter. Die Behältnisse weisen unterschiedliche Aroma-Merkmale auf, damit der Charakter jedes einzelnen Weins optimal unterstützt werden kann.

Alle Betriebsprozesse im Keller werden automatisch gesteuert, um Energie zu sparen und die Umwelt durch die Produktion möglichst wenig zu belasten. Die Reinigungsanlage ist mit einem hochmodernen Entsorgungssystem für den landwirtschaftlichen Bereich ausgestattet. Alle Vorgänge im Keller des Weinguts Teruzzi & Puthod stehen unter der Oberaufsicht von Alberto Bramini. Der Önologe kann auf eine langjährige Erfahrung zurückblicken und ist schon seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Toskana tätig. (mh)

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